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Skript zum Modul "Mobile Strategy".

Storys, die verglühen

Sternschnuppen leben nur kurze Zeit: Mit kosmischer Geschwindigkeit fliegen sie durch die erst dünne, dann immer dichter werdende Erdatmosphäre, die Reibung erzeugt immense Hitze – bis der kleine Meteorit aus den Tiefen des Alls als Feuerball verglüht. Ein Hingucker für ein paar Minuten, dann ist es wieder vorbei. „Ephemeral“ ist das englische Adjektiv dazu: „lasting a very short time“.

Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Griechischen: ephḗmeros bedeutet „für einen Tag“. Die Gattung der Eintagsfliegen heißt daher wissenschaftlich Ephemeroptera. Wir sprechen also über „Ephemeral Content“.

Für nur sehr kurze Zeit lebt auch eine zeitgemäße Form von Content, die erst mit dem Smartphone eingeführt wurde: die Story. Maximal einen Tag lang (24 Stunden) ist dieser Content online, danach „verglüht“ er wie eine Sternschnuppe und ist – gelöscht. Für das Internet aus vormobilen Zeiten eine echte Revolution. Denn Content lebt im „klassischen“ Web ewig, wenn er nicht aktiv aus den Datenbanken gelöscht wird – das Internet 1.0 und 2.0 vergisst nichts.

Eine kleine Smartphone-App hat diese Revolution gestartet: Snapchat. Snaps leben nur für kurze Zeit, dann sind sie unwiederbringlich vergessen. Dieses Spielen mit der Vergänglichkeit hat neue Darstellungsformen ermöglicht – und ist mittlerweile eine Standard-Anwendung in Instagram, Facebook, WhatsApp und vielen anderen Plattformen. Erfunden für mobile Devices und für eine mobile Generation.

Stories fordern die Kreativität heraus

Instagram Storys sind kurze Geschichten, die nach 24 Stunden automatisch wieder verschwinden. Sie können Fotos, Video-Clips, Texte, Musik, Umfragen, Boomerangs beinhalten – es gibt kaum Grenzen für die kreative Umsetzung.

Instagram Storys sind technisch und funktional eine zusätzliches zweites Instagram, das die klassische Instagram-Seite ergänzt: Die Storys funktionieren anders, werden anders erstellt und wirken wie nachträglich hinzugefügt (was ja auch historisch so ist). Während klassische Instagram-Postings permanent sichtbar bleiben, ist der Reiz der Storys gerade der, dass sie flüchtig sind.

Aufgabe: Instagram-Story erstellen

  • Zuerst benötigen wir – klar – ein Thema.
    Vorschlag: Was nach dem Lockdown kommt.
  • Dann ist eine Dramaturgie nötig.
  • Die Story basiert auf einem oder mehreren Bildern, Videos oder Texten.
  • Wir pimpen die Story mit besonderen Elementen.
  • Also: Erst eine Story überlegen, dann umsetzen!

Fear Of Missing Out

Als „vergänglicher Inhalt“, der nur für einen begrenzten Zeitraum verfügbar ist, triggern Stories die FOMO: die „Fear of missing out“. Zu deutsch: die Angst, etwas zu verpassen. Wer sich die Story nicht rechtzeitig angesehen hat, hat sie für immer verpasst – was den Content sehr exklusiv macht und schnelle, unmittelbare Reaktionen und Feedbacks provoziert.

Instagram in Zahlen

(Zahlen vom Januar 2020)

aktive Nutzerinnen und Nutzer pro Monat weltweit> 1 Milliarde
aktive Nutzerinnen und Nutzer pro Tag weltweit> 500 Millionen
aktive Nutzerinnen und Nutzer von Storys pro Tag> 500 Millionen
Zahl aller bislang geteilten Fotos> 500 Milliarden
Zahl der täglich hochgeladenen Fotos und Videos> 100 Millionen
Zahl der Likes auf Instagram pro Tag> 4,2 Milliarden
Verhältnis Nutzerinnen zu Nutzern56,3 % zu 43,7 %
Durchschnittliche Nutzungszeit pro Tag28 Minuten
aktive Influencerinnen und Influencer> 500.000
Engagementsteigerung durch Ortsangabe+ 79 %
Branded Hashtags7 von 10
Instagram in Zahlen. Quelle: www.omnicoreagency.com/instagram-statistics

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